MASTIC BONSAI
Der Lentiscus-Bonsai: Der Duft des Mittelmeerdickichts
Der Lentiscus(Pistacia lentiscus) ist eine versteckte Perle des Bonsai. Oft unterschätzt, ist er in Wirklichkeit eine außergewöhnliche Essenz: winzige zusammengesetzte Blätter (perfekt für Bonsai-Proportionen), immergrüne, rötlich gefurchte Rinde und bombensichere Resistenz. Wenn man die Blätter reibt, verströmen sie einen unverwechselbaren harzigen Duft. Sie eignet sich ideal für den 'Hain'- oder 'Literaten'-Stil und ist praktisch unverwüstlich, wenn ihre Anforderungen an Sonne und Drainage erfüllt sind.
Herkunft und Arten
Ein typischer Mittelmeerstrauch, der an felsigen und trockenen Küsten wächst. Er gehört zur Familie der Anacardiaceae (wie die Pistazie). In der Natur bildet er niedrige, kompakte Sträucher, die vom Wind geformt werden und oft ein sehr schönes natürliches, trockenes Holz entwickeln.
Exposition und Mikroklima
Fastenzeit = Sonne.
Sie sollte das ganze Jahr über in der vollen Sonne stehen. Sie mag trockene Wärme und intensives Licht sorgt dafür, dass ihre Internodien kurz bleiben. Sie hat keine Angst vor Wind, im Gegenteil, stehende Luft ist ihr Feind, weil sie Pilze begünstigt. In Norditalien sollten Sie ihr den wärmsten und sonnigsten Standort geben, der Ihnen zur Verfügung steht, möglichst nach Süden ausgerichtet.
Gießen
Sie ist eine xerophile Pflanze (liebt Trockenheit), aber im Topf sollte sie mit Bedacht gegossen werden.
Warten Sie, bis die Erde völlig trocken ist, bevor Sie wieder gießen. Sie hat große Angst vor Staunässe, die die Wurzeln innerhalb weniger Tage faulen lässt. Im Winter nur sehr wenig gießen, um die Erde feucht zu halten.
Wasserqualität
Rustikal und tolerant. Leitungswasser ist in Ordnung. Sie stellt keine besonderen Ansprüche an den Säuregehalt und verträgt auch leicht salziges oder kalkhaltiges Wasser besser als andere Arten.
Substrat
Muss sehr durchlässig und arm sein, ähnlich wie einheimische felsige Böden.
- Empfohlene Mischung: 60 % Bimsstein, 20 % vulkanischer Lapillus und 20 % Akadama.
- Vermeiden Sie zu fette, schwere oder torfige Böden, die zu viel Wasser speichern. Der Mastixbaum liebt steinige, durchlüftete Böden.
Umtopfen
Umtopfen im späten Frühjahr (Mai/Juni), wenn die Pflanze in voller vegetativer Aktivität ist.
Er mag kein häufiges Umtopfen: alle 3-5 Jahre ist ausreichend. Seien Sie vorsichtig mit den Wurzeln, sie sind empfindlich gegenüber drastischen Einschnitten. Verkleinern Sie den Wurzelballen nie zu stark auf einmal, sondern gehen Sie schrittweise vor.
Düngen
Düngen Sie im Frühjahr und im Herbst mäßig mit einem festen organischen Langzeitdünger.
Übertreiben Sie es nicht mit dem Stickstoff: Die Schönheit des Mastixbaums sind seine kurzen Internodien und winzigen Blätter; eine Überdüngung würde seine natürliche Kompaktheit zerstören.
Blüte und Fruchtbildung
Bringt kleine rötliche Blüten in Büscheln hervor, gefolgt von kleinen roten Beeren, die sich bei Reife (im Herbst/Winter) schwarz färben. Der Farbkontrast zwischen den rot-schwarzen Beeren und dem dunkelgrünen Laub ist sehr dekorativ.
Strukturschnitt
Das Holz des Mastixbaums ist hart, aber biegsam. Wichtige Erziehungsschnitte werden am Ende des Winters, vor dem vegetativen Neuaustrieb, durchgeführt.
Da die Pflanze Harz produziert, ist es wichtig, große Schnitte mit Mastix zu bedecken, um das Holz zu schützen und die Heilung zu fördern.
Pflegeschnitt
Um die Form des Laubes zu erhalten, werden während der Vegetationsperiode die Äste, die aus dem Profil herausragen, eingekürzt. Der Mastixbaum ist sehr schnittverträglich und wächst sogar aus altem Holz nach, wenn es gut besonnt ist.
Beschneiden
Unerlässlich für die Verdickung der Pfähle. Schneiden Sie im Frühjahr und Sommer die neuen zarten Triebe mit den Fingern oder einer Schere zurück, wenn sie 4-5 Fiederblättchen gebildet haben, und kürzen Sie sie auf 2 ein, um die Gabelung zu fördern und die Blätter klein zu halten.
Binden und Biegen
Junge Zweige sind sehr biegsam und eignen sich gut zum Anbinden, das im Frühjahr und Sommer durchgeführt werden kann.
Vorsicht: Alte Zweige verholzen stark und werden steif, so dass sie brechen, wenn man sie zu stark bindet. Außerdem ist die junge Rinde empfindlich: Kontrollieren Sie den Draht häufig, damit er nicht einschneidet.
Krankheiten und Schädlinge
- Blattläuse: Sie können im Frühjahr junge, zarte Triebe befallen.
- Schleimpilz: Bei Stauluft und Feuchtigkeit überziehen sich die Blätter mit einer schwarzen Patina. Verbessern Sie die Belüftung und legen Sie sie in die Sonne.
- Schildläuse: Sie treten manchmal an den inneren Zweigen auf, die dem Licht weniger ausgesetzt sind.
Winter und Schutz
In der südlichen Mitte kann sie problemlos im Freien überwintern. Im Norden sollte sie in einem kalten Gewächshaus oder unter einem Vordach geschützt werden, wenn die Temperaturen für längere Zeit unter -3°/-4°C fallen. Sie fürchtet Kälte und Staunässe mehr als trockene Kälte.
Jahreskalender
- Januar-Februar: Ruhe, Schutz vor feuchtem Frost.
- März-April: Wiedererwachen, Reinigung der trockenen Teile.
- Mai: Umtopfen (optimaler Zeitraum), Düngen.
- Juni-August: Volle Sonne, mäßige Bewässerung, kontinuierliches Stapeln.
- September-Oktober: Rote Beeren, leichte Düngung (PK).
- November-Dezember: Schwarze Beeren, Winterpause.
Nützliche Produkte für diesen Bonsai
- Vulkanischer Lapillus (Perfekt für die Drainagemischung)
- Reiner Bimsstein (Unverzichtbare Drainage)
- Präzisionsschere (für feines Heften)
- Gekupferter Aluminiumdraht (um den Zweigen Bewegung zu verleihen)
- Biogold oder Hanagokoro-Dünger (weiche Ernährung)
- Heilkitt (zum Schutz von Schnittwunden)
Häufig gestellte Fragen über den Mastixbaum
Kann ich aus einer am Meer geernteten Pflanze einen Bonsai machen?
Der Mastixbaum hat eine mittelmäßige Überlebenschance beim Umpflanzen in der freien Natur (yamadori), wenn man kein Experte ist, da die Wurzeln sehr unter Stress und drastischen Schnitten leiden. Es ist besser, Topfpflanzen aus Baumschulen zu kaufen, die einen kompakten und sicheren Wurzelballen haben.
Warum verliert sie ihre inneren Blätter?
Lichtmangel. Da es sich um einen dichten Strauch handelt, wirft die Pflanze ihre alten Blätter ab, wenn die Sonne das Innere des Laubes nicht erreicht. Schneiden Sie sie regelmäßig zurück, damit das Licht überall hinkommt.
Welcher Stil passt am besten zu ihr?
Sie eignet sich hervorragend für den umgedrehten Ginster, den informellen aufrechten Stil oder den Hain. Der 'windgepeitschte' Stil (Fukinagashi) ist ebenfalls sehr natürlich und passt gut zu dieser küstennahen Essenz.
8 Artikel gefunden


