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Wenn wir an einen japanischen Bonsaibaum denken, ist das Bild fast immer das eines Wacholders(Juniperus) mit seinen gewundenen Kurven und dem dramatischen Kontrast zwischen der roten lebenden Ader und dem weißen trockenen Holz (Jin und Shari). Der Wacholder ist ein äußerst langlebiger und flexibler Nadelbaum, der von den Meistern wegen seiner Fähigkeit, komplexe und skulpturale Formen zu schaffen, geschätzt wird. Die am häufigsten verwendeten Sorten sind Juniperus Chinensis (var. Itoigawa oder Shimpaku) wegen ihres weichen, schuppenförmigen Laubs und Rigida wegen ihres nadelartigen Laubs.
In der gesamten nördlichen Hemisphäre verbreitet. Wacholder sind Pionierbäume, die in Felsspalten mit sehr wenig Boden leben können. Für Bonsai werden die schuppenförmigen Sorten (die wie grüne Schnüre aussehen) bevorzugt, da sie kompakter und weicher sind als die nadelartigen (stacheligen) Sorten.
Der Wacholder muss das ganze Jahr über im Freien stehen.
Er liebt die volle Sonne, die dazu beiträgt, die Vegetation kompakt zu halten und Pilzbefall zu verhindern. Nur im Hochsommer, in heißen mediterranen Klimazonen, schützt ein leichter Schatten am Nachmittag die leuchtend grüne Farbe, ist aber nicht unbedingt notwendig, wenn er gut bewässert wird.
Im Gegensatz zu den Laubbäumen zeigt der Wacholder seinen Durst nicht sofort an (er lässt die Blätter nicht hängen), sondern trocknet die Zweige erst Wochen nach dem Schaden aus.
Berühren Sie den Boden: Gießen Sie nur, wenn er trocken ist. Sie mag keine anhaltende Stagnation. Andererseits mag sie es sehr, wenn man das Laub besprüht (im Sommer auch täglich, abends), um die Spaltöffnungen von Staub zu befreien und die Schuppen zu befeuchten.
Verträgt Leitungswasser, bevorzugt aber nicht zu hartes Wasser.
Drainage ist lebenswichtig. Wacholderwurzeln brauchen viel Sauerstoff.
Koniferen werden weniger oft umgetopft. Alle 3-5 Jahre.
Wann: Im späten Frühjahr, wenn sich die Triebspitzen bewegen (April-Mai), oder im frühen Herbst.
Niemals die Wurzeln kahl waschen: Der Wacholder lebt in Symbiose mit einem nützlichen Pilz (Mykorrhiza). Lassen Sie immer etwas alte Erde um den Wurzelkern herum stehen, um diese Bakterienflora zu erhalten.
Düngen Sie im Frühjahr und im Herbst reichlich mit festem organischem Dünger (z. B. "Biogold" oder Pellets). Im Sommer und Winter aussetzen. Ein gut gedüngter Wacholder hat eine dunkelgrüne Farbe und reagiert besser auf die Bodenbearbeitung.
Bringt blaue/violette Beeren (Kokosnüsse) hervor, die für Gin oder zum Kochen verwendet werden. Beim Bonsai werden sie oft entfernt, um keine Energie zu verschwenden, es sei denn, man wünscht einen Hauch von Winterfarbe.
Verwenden Sie niemals eine Schere, um Pflanzenbüschel zu kürzen! Wenn Sie die Schuppen mit einer Schere abschneiden, werden die Spitzen braun und unansehnlich.
Verwenden Sie die Klammertechnik (mit den Fingern): Greifen Sie das Büschel, das aus der Schablone kommt, und ziehen Sie die neue Spitze vorsichtig ab, indem Sie sie an der Basis abbrechen. So bleiben die Stiele kompakt und grün.
Wacholder ist der König des Bindens. Sein Holz ist extrem biegsam und hält auch extremen Verdrehungen stand. Er kann fast jederzeit gebunden werden, vorzugsweise im Winter oder Herbst. Verwenden Sie Kupferdraht (oder Aluminium für Anfänger) und nassen Bast, um die Zweige bei starken Biegungen zu schützen.
Die Herstellung entrindeter Holzteile (Jin = toter Ast, Shari = entrindeter Stamm) ist typisch für Wacholder. Das entrindete und getrocknete Holz muss zweimal im Jahr mit der Flüssigkeit Jin (Polysulfid) behandelt werden, um es zu bleichen und vor Fäulnis zu schützen.
Er ist ein Gebirgsbaum. Er hat keine Angst vor der Kälte und braucht sie sogar, um sich zu erholen. Bei außergewöhnlichem Frost sollte man den Topf schützen, aber das Laub muss den Winter überstehen. Im Winter kann sich das Laub bronzefarben/violett verfärben: das ist ein normaler Kälteschutz, im Frühjahr wird es wieder grün.
Mein Wacholder vergilbt auf der Innenseite, warum?
Wenn es nur die alten Nadeln in der Nähe des Stammes sind, ist das ein normaler natürlicher Austausch. Wenn sich die Vergilbung auf die äußeren Spitzen ausbreitet, handelt es sich um ein ernstes Problem (Rote Spinnmilbe oder Wurzelfäule).
Kann ich ihn zu Weihnachten im Haus halten?
Nur für Heiligabend! Wacholder im Haus stirbt in wenigen Wochen ab. Er muss draußen bleiben.
Warum sollte ich die Pflanze nicht mit einer Schere schneiden?
Weil, wenn ich die Schuppen halbiere, der abgeschnittene Teil nekrotisiert und braun wird. Bei der manuellen Klammerung werden die Schuppen an der natürlichen Nahtstelle getrennt, so dass die Spitze grün und gesund bleibt.
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